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Leitthema des NDWK 2018:

99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte der Wertschöpfung und gelten somit als wichtiger Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft. Diese Unternehmen stellen, laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und rund 82 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit.

Der Mittelstand und seine deutschen Produkte genießen weltweit einen hohen Stellenwert und gelten somit als einer der wichtigsten Innovations- und Technologiemotoren. Mittelständische Unternehmen erfreuen sich an einem hohen internationalen Ansehen und dürfen sich zu Recht mit dem Titel „Exportweltmeister“ schmücken.

Trotz des immensen Erfolges stellen sich mittelständische Unternehmen häufig die Frage, ob sie weiterhin in Deutschland produzieren oder ob es sinnvoller ist, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Das Motto „Geiz ist geil“ zwingt die Unternehmer immer günstiger zu produzieren. Im Gegensatz dazu stehen die steigenden Kosten durch stärkere Reglementierungen von Politik und Gewerkschaften.

Aufgrund des Produktlebenszyklus werden Produkte heutzutage immer kurzlebiger – kaum wurde das neue Smartphone vom Konsumenten gekauft, schon ist der Nachfolger auf dem Markt. Oftmals werden bestehende Produkte, Dienstleistungen oder Technologien sogar komplett vom Markt verdrängt und von neuartigen Erfindungen, die Prozesse oder Abläufe vereinfachen, ersetzt. Eine Art Krieg im internationalen Vertrieb – die sogenannte Disruption. Zunächst wird sich diese auf die Technologiebranche erstrecken, die der Auslöser für die disruptiven Vorgänge war. In absehbarer Zukunft ist jedoch davon auszugehen, dass weitere Branchen diesem Trend folgen werden.

Die ständigen Produktneuentwicklungen bringen daher hohe Anforderungen an die Flexibilität der Produktion und ihre Mitarbeiter mit sich. Ein Herstellungsprozess muss heute immer flexibler, individualisierter und trotzdem möglichst kostengünstig gestaltet werden. Dies wirkt sich auch auf die Mitarbeiter aus, die durch häufige Schulungen und Personalinnovationen die ständigen strukturellen Veränderungen unterstützen müssen – denn die technischen Neuerungen allein reichen oft nicht aus. Mensch und Maschine müssen stets eine Art Symbiose bilden, um eine möglichst effiziente Produktion erreichen zu können. Stetig ansteigende Personalkosten sind die Folge, mit denen der Produktionsstandort Deutschland und somit auch der Mittelstand zu kämpfen hat.

Deutsche Mittelstandsunternehmen stehen dennoch momentan erstklassig da. Es gilt aber Werte wie Zuverlässigkeit und hohe Eigenkapitalquoten zu erhalten.

Das Argument, Deutschland sei als Herstellungsland nicht konkurrenzfähig, haben Unternehmer und Forscher allerdings schon längst dementiert. Die deutsche Industrie ist nicht tot – sie muss lediglich neu ausgerichtet werden. Eine aktuelle Studie des Gartner-Institutes bescheinigt, dass der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg der deutschen Industrie in der Kompetenz liegt, riesige Datenmengen nach zielführenden Ergebnissen zu filtern. Dies betrifft sämtliche Unternehmensbereiche jeder Branche. Hierfür ist es nötig, Prozesse zu überdenken und sie gegebenenfalls umzustrukturieren.

Ob sich der Mittelstand weiterhin auf dem deutschen und sogar dem weltweiten Markt durchsetzen wird und wie dies in Zukunft aussehen könnte, wird auf dem Norddeutschen Wirtschaftskongress 2018 unter dem Thema „Mittelstand im Wandel- Disruption, Innovation & Internationalisierung“ von namenhaften Referenten erörtert.

Neben den verschiedenen Vorträgen bietet die Veranstaltung den Teilnehmern eine abwechslungsreiche Plattform sowie diverse Workshops, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen.